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Tumordiagnostik mit digitalem Tastsinn

Scherwellen-Elastographie: Tumordiagnostik mit digitalem Tastsinn

Die Tatsache, dass Tumore meist fester sind als das umliegende Gewebe, nutzen Mediziner schon lange. Sie tasten das Gewebe, z. B. die Brust ab. Seit kurzem übernimmt dieses Abtasten die jüngste Weiterentwicklung im Ultraschall, die sog. Scherwellen-Elastographie (Shear Wave Elastography, SWE).
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Bei diesem neuartigen Verfahren wird geprüft, wie sich die vom Ultraschallkopf ausgehenden Scherwellen – das sind physikalische Wellen, die Schwingungen erzeugen – im Gewebe ausbreiten. Die charakteristische Verformung der Scherwellen, wenn Sie auf einen Tumor treffen, wird mittels mathematischer Algorithmen quantifiziert. Auf diese Weise erhält der Untersucher in Echtzeit eine Aussage über die mechanische Festigkeit und Elastizität des Gewebes. Im Vergleich zur manuellen Palpation ist die Scherwellen-Elastographie eine objektive und vom Untersucher unabhängige Methode, die zwischen benignen und malignen Veränderungen zu unterscheiden vermag. Sie ist nicht nur auf oberflächennahe und/oder entsprechend fortgeschrittene (große) Tumore beschränkt. Zielorgane wie Brust, Prostata, Leber, Schilddrüse, Hoden, aber auch das Herz sind für elastographische Untersuchungen prinzipiell geeignet.

Gegenwärtig wird dieses Verfahren im Mammazentrum am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel in einer internationalen Multicenterstudie mit histopathologischer Korrelation an weit mehr als 2.000 Tumoren evaluiert.

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